Mitten im Zentrum von Dingden, einem kleinen Ort an der Grenze zwischen Niederrhein und Müpnsterland, liegt das Humberghaus. Dieses historische Gebäude, das über 100 Jahre von Juden bewohnt wurde, möchte der Heimatverein Dingden zu einem Geschichtsort umbauen. Da das Haus nach dem Krieg von seinem Eigentümer kaum verändert wurde, eignet es sich in besonderer Weise. Das eingeschossige, aus Feldbrandsteinen errichtete Wohnhaus mit Krüppelwalmdach entspricht heute noch im Wesentlichen dem Zustand von 1840 - für die Erforschung und Vermittlung der Geschichte ein seltener Glücksfall. Nach Kriegsende verkaufte die Familie Humberg das Haus an Wilhelm Klein-Bölting. Dessen Schwester erbte es nach seinem Tod und vermietete es 2001 an den Heimatverein Dingden. Das Gebäude steht seit dem Jahr 2003 unter Denkmalschutz und soll als Kulturgut erhalten blieben. Seit 2008 ist der Heimatverein Eigentümer des Hauses.

Ab 2001 wurde das Haus grundlegend saniert - ohne jedoch in die Charakteristik einzugreifen. Um die vorhandene Bausubstanz zu schützen, wurde das Gebäude in einem ersten Schritt von Mitgliedern des Heimatvereins in mühevoller und zeitaufwändiger Arbeit entkernt und von unten und oben „trocken isoliert“.

Parallel zu den Sanierungsarbeiten machte sich der Vorstand Gedanken zur Nutzung des Hauses. Ein erstes Nutzungskonzept wurde am 7. August 2003 verabschiedet. Vorgesehen war im Erdgeschoss die Errichtung einer Erinnerungsstätte „Juden auf dem Lande“. Im Obergeschoss sollten Themenräume zur Dingdener Heimatgeschichte zu sehen sein. Viele Gespräche, Informationen und Anregungen führten 2006 zu der Einsicht, das Konzept zu verändern. Im Juni 2006 verabschiedete der Vorstand ein neues Konzept, nach dem das gesamte Gebäude als Erinnerungsstätte genutzt werden sollte. Nachdem erste Schritte mit der Innenarchitektin Agnes Groß-Weege aus Köln unternommen waren, wurden diese Pläne fortentwickelt. Ein neues Raumkonzept erarbeitete Dr. Ulrich Hermanns aus Münster. Mit der intensiv recherchierten Familiengeschichte und der hohen Authentizität des Gebäudes soll das Humberghaus zukünftig als Geschichtsort dienen.

Da das Leben und Schicksal der Familie Humberg für viele Schicksale der Juden im Dritten Reich steht, hofft der Heimatverein Dingden, mit der Verwirklichung des Projektes neben einem Beitrag zur Regionalgeschichte auch ein Stück deutsche Geschichte zeigen zu können.

Insbesondere soll das Humberghaus folgende Aufgaben erfüllen. Es soll:

Die offizielle Eröffnung des Geschichtsortes Humberhaus findet am 8. Juni 2012 statt.

Die Errichtung des Denkmals „Humberghaus in Dingden“ und die Einrichtung der Ausstellung „Geschichtsort Humberghaus“ wurden beratend und finanziell gefördert durch:

- die NRW Stiftung, Düsseldorf, Roßstraße 133,
- den Landschaftsverband Rheinland, Fachbereich Kultur, Köln, Ottopltz 2,
- die Bezirksregierung Düsseldorf, Düsseldorf, Cecilienallee 2,
- den Kreis Wesel, Wesel, Reeser Landstraße 31,
- die Stadt Hamminkeln. Hamminkeln, Brüner Straße 9.

Neben den staatlichen Institutionen fühlen sich aber auch wirtschaftliche Unternehmen der Förderung und Pflege der Kultur verpflichtet. Sie unterstützen die Arbeit im Bereich der Kultur durch direkte finanzielle Spenden oder ihr Engagement zeigt sich in den so genannten Stiftungen. Als Sponsoren beteiligten sich am Projekt Humberghaus:

- die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, Hügel 1,
- die Sparkassen Kulturstiftung, Düsseldorf, Kirchfeldstraße 60,
- die Verbandssparkasse Wesel, Wesel, Bismarckstraße 1,
- die Voksbank Rhein-Lippe, Wesel, Großer Markt 1,
- die Firma Setex GmbH, Hamminkeln, Frankenstraße 15,
- die Firma van Clewe, Validdata, Hamminkeln, Loikumer Straße 10,
- die Firma van Clewe, bene Vit, Hammikeln, Loikumer Straße 10,
- die Ausbildungswerkstatt der RWE Netz AG, Wesel, Reeser Landstraße 41.

Viele Privatpersonen engagierten und engagieren sich sowohl finanziell als auch ehrenamtlich. Die Nachkommen der Familie Humberg begleiten das Projekt.