Die Hausforschung des Landschaftsverband Rheinland schreibt als eine Schlussbemerkung in ihrem Gutachten: "Durch das Vergessenwordensein des Gebäudes als jüdisches Haus bietet sich in Dingden die einmalige Chance, die deswegen noch vorhandenen Ausstattungsstücke in situ wieder erlebbar zu machen, um damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der jüdischen Kulturgeschichte zu leisten." Viele Funde haben sich im Humberghaus aufgetan und zeugen noch heute von jüdischen Spuren.
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In einem Zimmer wurde im Oktober 2002 ein ausgemauertes Becken freigelegt. Die Mikwe diente zur Rituellen Reinigung. Das Wasser einer Mikwe muss reinstes lebendiges Wasser sein. Fast jede jüdische Gemeinde ist oder war im Besitz eines solchen rituellen Tauchbades - jedoch sind sie in den seltensten Fällen in Wohnhäusern zu finden. Der Zweck der Mikwe ist nicht das Erlangen hygienischer, sondern allein das ritueller Reinheit. Als rituell unrein gilt nach jüdischer Tradition zum Beispiel Blut oder das Berühren von Toten. |
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Spuren einer Mesusa im Türrahmen. Bei einer Mesusa handelt es sich um eine Kapsel, in der sich eine Toratext befindet. die Hülse mit ihrem Inhalt wird an einem Türpfosten angebracht. In einem traditionellen jüdischen Haushalt befindet sich an jedem Türrahmen eine Mesusa (außer am Badezimmer bzw. der Toilette oder an Kellertüren und Abstellräumen). Die Mesusa wird in Armreichweite im oberen Drittel des (von außen gesehen) rechten Türpfostens geneigt angebracht, und zwar so, dass das obere Ende zum Raum zeigt. Dies entstand aus einer Diskussion unter den jüdischen Gelehrten, ob die Mesusa senkrecht oder waagerecht anzubringen sei; als Kompromisslösung einigte man sich auf die geneigte Stellung. Einer anderen Erklärung zufolge hängt die Mesusa schräg, um damit auszudrücken, dass nur Gott die Dinge ganz richtig (gerade) machen kann, nicht aber die Menschen, deren Handlungen immer unvollständig (schief) bleiben. Außerdem gibt es die Vorstellung, die Mesusa ahme durch die Richtung des oberen Endes zum Raum hin die Neigung des Oberkörpers beim Eintreten in den Raum nach. |
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Unter einem Holzfußboden gruben die Helfer eine Darre aus. Ein behauener Naturstein, auf dem Gerste geröstet wurde, die dann beim Bierbrauen verwendet wurde. Es ist wahrscheinlich, dass der Wirt Simon Cohen Bier braute. |
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Die Metzgerei wurde behutsam und in mühevoller Arbeit rekonstruiert. Die typische Wanddekoration ist erhalten geblieben. |
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Die alte Aufhängevorrichtung in der ehemaligen Metzgerei der Humbergs ist ebenfalls erhalten. Sie soll im neuen Museum sichtbar bleiben. |
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Nachdem die Tapeten entfernt waren, kamen an den Wänden - wie hier im Flur - Marmoranstriche zum Vorschein. Sie waren gut erhalten und bleiben nun sichtbar. |
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Neben der Eingangstür ist noch heute der Abdruck des Firmenschildes der Familie Humberg („Abraham Humberg - Viehhandel“) sichtbar. Es wurde bereits am 30.03.1933, dem Tag der Machtergreifung Hitlers, von Mitgliedern der SA an dieser Stelle abgeschlagen. |